Echo in meinem Kopf

Ich lege den Hörer auf und ihre Worte haben ein Echo in meinem Kopf ausgelöst. Das Telefon ist ein blaues Tastentelefon mit 12 Tasten, 1 bis 9 und die 0, ein Sternchen und die Raute. Ich weiß bis heute nicht, wozu die Raute oder das Sternchen da sind. Wahrscheinlich zum Durchstellen. „Ja, danke, Frau Meier, stellen sie das Gespräch bitte in meinen Kopf durch. Ich möchte, dass die Informationen direkt auf mein Gehirn gebrannt werden.“
Erst jetzt merke ich wie laut es draußen ist, jetzt um 2 Uhr nachts. Durch die auf Kippe gestellte Balkontür höre ich das Rauschen der Fabrik, die 300 Meter entfernt Nachtschicht hat, und man hört sogar das Rauschen des Wassers in der Kanalisation durch den Kanaldeckel. Wenn tagsüber draußen keine Autos entlang fahren oder Menschen langgehen, ist es trotzdem lange nicht so still, wie wenn nachts draußen keine Autos entlang fahren oder Menschen langgehen. Das merkt man daran, dass nachts die Fabrik so laut zu rauschen scheint.
Als vor einer Stunde dann das Telefon in meinem Zimmer klingelt, bekomme ich sofort Angst, dass etwas Schlimmes passiert ist. Niemand ruft normalerweise um ein Uhr jemanden an, wenn er nicht eine schlimme Nachricht zu überbringen hat, oder es demjenigen sehr schlecht geht. Wie ich herausfinden sollte, traf beides zu.

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