Rückwärts

Ich merke an seinen Mundbewegungen, dass er nicht weiter weiß, dass sein Bild, welches er nach außen hin abgibt, sich jetzt ändern wird. Er schüttelt seinen Kopf und hebt seine Hände zu einer abwehrenden Geste. Er könnte aufstehen und flüchten, aber dann müsste er durch die ganzen Leute durch, die um unseren Tisch herumstehen, und das will er jetzt nicht riskieren. Er könnte viel zu lange brauchen, um aus meinem Blickfeld zu verschwinden und das wäre kein guter Abgang. Ich sage: „Die Frage ist, wie du diese Zeit im Nachhinein bewerten wirst. Was jetzt passiert, ist egal. Aber du wirst morgen darüber nachdenken, was heute passiert ist. Und dann soll es dir ja nicht schlecht gehen. Genauso wirst du in fünf Jahren nachdenken, was jetzt passiert. Und dann willst erst recht nicht schlecht darüber denken.“ Ich will nicht mehr darüber reden und habe Mühe, bei den ganzen Anschuldigungen nicht das Bewusstsein zu verlieren. Er ist jetzt wütend und sagt: „Vielleicht merkst du eines Tages, dass das alles schon mal gesagt worden ist, die ganzen Weisheiten, die du heute von dir gegeben hast. Was ist denn mit dir?“ Ich versuche mit einem Lächeln die Frage zu beantworten und merke, dass ich für diesen Abend gewonnen habe. Er wird mich heute nicht mehr nach mir fragen.

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