Blama

Manchmal ist es noch so, dass mich etwas überkommt, und ich dann doch noch auf die großen Volksfeste gehen muss, weil ich nicht nach einem abgebrochenen Abend nach Hause mag, zuhause ist es ja langweilig. Gestern abend war es dann wieder soweit, ich klingelte O. aus dem Schlafanzug und sagte ihm: „Komm, mir fahrn aufn Blama, höhö.“ Passenderweise fing es bei diesen Worten an, wie aus Eimern zu gießen und passenderweise hatte ich meine neuen Schuhe und mein Cordjackett an. Schon während der Fahrt kommt es mir wie ein großer Fehler vor, losgefahren zu sein, aber egal. Einmal kurz rüber, was trinken, Leute gucken, nach Hause. Wir parken, marschieren durch Pfützen auf den Platz zu, der Boden ist erhellt durch die Lichter der Karussels, der Buden und überall stehen furchtbare Leute, ducken sich unter dem Regen und prosten sich zu. Ich halte nach bekannten netten Gesichtern Ausschau und erspähe als ersten Bekannten H., der jetzt aus Indonesien wieder da ist und ab nächsten Monat anfängt in Bochum zu studieren. Außer etwas Herpes ist mit ihm alles in Ordnung, ich musste nicht in der Tagessschau unter seinem Foto das Wort „Entführt“ lesen. Wir gehen weiter, ich überlege, ob ich was esse, verwerfe die Idde und kaufe lieber ein Geschenk für K. Danach treffen wir M. und C., M. ist sichtlich betrunken und erscheint betrübt als wir nach 30 Sekunden sagen: „Wir gehen jetzt weiter.“ Bekannte Gesichter überall, nette bekannte Gesichter weniger. Wir treffen noch auf die große Gruppe von J., J., A., I., I., N. und einige andere. Doch auch da mag ich nicht stehen, ich merke sowieso, dass ich nicht lange stehen kann. Aber die Leute um mich herum schaue ich mir genau an. Und ich sehe viele Jugendliche, in deren Augen steht, dass sie jetzt gerne Stress machen möchten, viele 45jährige Männer, aus denen Augen nichts mehr als Alkohol spricht.
Also gehen wir weiter, finden dann noch einen kleinen Wagen der Marktschänke, wo wir eh immer abhängen und setzen uns dort rein. Bis 2 Uhr quatschen wir noch und fahren nach Hause.

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