Radiohead live in der Color Line Arena, Hamburg

This one is for the children

Den ganzen Tag gestern konnte ich eigentlich nicht richtig realisieren, dass ich Radiohead endlich live sehen würde. Radiohead kennt man aus dem Fernsehen, aus Zeitschriften, hat Videos gesehen, DVDs, Live-Berichte, Specials usw. Wenn man endlich mal hinter ihre Songs gestiegen ist, hat man das Gefühl einen Schatz in der Hand zu halten. Und so redeten wir immer darüber sie endlich einmal live zu sehen. Nachdem wir die Karten gekauft hatten, redeten wir nicht mehr darüber. Jetzt sitz ich hier und bin traurig, weil sich dieses irreale Gefühl, Radiohead wirklich endlich live zu sehen, auch am gestrigen Abend nicht zur Wirklichkeit geändert hat. Das ist so schade, aber das Gefühl stimmt einfach irgendwie nicht. Ich weiß nicht, wie es für den Großteil der Zuschauer war, die im Innenraum einen Stehplatz hatten und näher an die Bühne heran konnten, aber Radiohead sind mir gestern leider kein Stück näher gekommen. Sie sind für mich immer noch die Band, die ich gerne einmal live sehen will, obwohl das gestern passiert ist.
Es begann alles damit, dass A. und ich G. aus Hannover abholten, von der Med- Med- Medical Highschool, und G. dann bis nach Hamburg weiterfuhr. Die Color Line Arena ist ja nicht wirklich schwer zu finden, sie liegt gleich neben der AOL Arena und beide Gebäude sind wirklich scheißgroß. Wir kamen um kurz nach halb fünf dort an und begaben uns erst einmal zum Eingang, doch als Einlass war 18:00 Uhr angegeben und so setzten wir uns noch ein bisschen ins Auto, denn es war schweinekalt in Hamburg. Kurz nach sechs wurden wir reingelassen und konnten uns dann erst mal in der noch sehr neu wirkenden Color Line Arena umschauen. Da kann man Döner essen und Currywurst und alles ist sehr teuer. Ich hatte allerdings kein Hunger. Wie so oft sahen wir ein paar bekannte Gesichter und sowieso sehr viele Gesichter, denn das Gebäude war nachher voller Leute, voller Cordhosen und Sneakers und Wollmützen. Als wir uns auf unseren zugewiesenen Platz gesetzt hatten (Tribüne U5, Reihe 4, Platz 9) wurde meine Stimmung schon schlechter. Ich kann keine Menschenmassen einschätzen und ich kann keine Entfernungen einschätzen, aber wir saßen äußerst weit von der Bühne entfernt. Und es wurde dort wirklich strikt kontrolliert, ob jeder auf seinem zugewiesenen Platz sitzt. Auch während des Konzertes konnte man nicht in den Innenraum, es sei denn, man wollte ein mutigen Sprung über die Absperrung wagen und einem der Security Leute in die Hände fallen, die überall postiert standen. Wir blieben dort aber nicht sitzen, gingen noch mal raus, und dann um 20 Uhr wieder rein. Die Vorband Asian Dub Foundation begannen pünktlich um 20 Uhr, rockten und mcten, fragten immer wieder: Hamburg, was geht? und Hamburg, seid ihr bereit? und erzählten zum Schluss noch, dass George Bush ein Arschloch ist. Aber sie waren sehr angenehm anzuschauen. Kurzweilig.
Während der Umbaupause sah man dann vier Männer, die an einer Strickleiter aus Metall an der Lichtanlage direkt über der Bühne hochkletterten, sich dort oben in eine Art Sessel setzten und auch dort oben blieben. Als die Show losging merkte man sehr schnell, wozu die gut waren. Die filmten von oben die Band, und projizierten das auf zwei Videoleinwände, die an den Seiten der Bühne aufgehängt waren. Geniale Idee. Sowieso war die Lightshow perfekt. Schlicht aber schöne Farben, schöne Muster. So auch der Sound. Man konnte alles Instrumente perfekt hören, allein ein bisschen zu leise war es. Die hätten ruhig lauter spielen können.
Die genaue Reihenfolge der Songs kriege ich nicht mehr auf die Reihe, das hier sind alle Songs, die sie gespielt haben, aber nicht in der richtigen Reihenfolge:

Just (vorletzte Zugabe)
Street Spirit (Fade Out) (drittletzte Zugabe)

Paranoid Android
Exit Music (For A Film)
Karma Police
Lucky

Everything In It´s Right Place (letzte Zugabe)
The National Anthem
Idioteque
Morning Bell

I Might Be Wrong
Dollars And Cents

2+2=5
Sit Down. Stand Up.
Sail To The Moon
Backdrifts
Go To Sleep
Where I End And You Begin
The Gloaming
There There
A Punchup At A Wedding
Myxomatosis
Scatterbrain

Ich hätte gerne noch “Pyramid Song” und “Knives Out” gehört. Oder „You And Whose Army?“
Aber ich fand es sehr gut, dass sie so viel vom neuen Album gespielt haben.

Zusammenfassend etwas zu sagen ist sehr schwer… Ich weiß es nicht. Mir fällt nur immer wieder eine Szene ein: G., A. und ich gehen auf die Color Line Arena zu und jemand fragt uns: „Wollt ihr tauschen?“ Wir fragen: „Was denn tauschen?“ Er: „Stehplatz gegen Sitzplatz.“ Wir alle drei verneinen und sind überzeugt, die besseren Karten zu haben.

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