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Archiv für den Monat Februar 2004

Heute haben wir unseren Proberaum der Nachfolgeband übergeben. Den größten Teil hatten wir ja schon rausgeräumt, das Schlagzeug habe ich inzwischen wieder verkauft und heute kam der letzte Rest (u.a. auch unsere Müllecke, das war wirklich lecker) dran. Die meisten Sachen waren noch von mir: ein paar Poster (Giardini, Bohren, Berg Sans Nipple), mein Heizlüfter, meine Anlage, ein paar Texte, Decken und Tücher und allerlei Kleinkrams.
Wir verbrannten rituell im Proberaum eine unserer Songlisten, quatschten noch einmal darüber welch tolle Lieder wir doch in diesem Raum gespielt haben und dann kamen zwei Leute aus der anderen Band und hockten sich dazu. Viel zu sagen hat man sich nicht, vor allen Dingen wenn die musikalischen Vorstellungen auseinander gehen. Es gab nicht mal eine persönliche Schlüsselübergabe, der Schlüssel steckte in der Tür und ich sagte: „Der Schlüssel steckt in der Tür.“
Wir standen vor unserem zerbrochenem Traum und der einzige Trost ist, dass wir morgen mit F. auf dem Pollertshof proben. Na ja, wir wollen ein bisschen spielen.

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Ich träum ja eh schon oft von den Fahrstühlen in den drei gleichen Hochhäusern die hier nebeneinander stehen, doch der Fahrstuhl in meinem Haus gibt mir jetzt auch richtigen Grund von ihm zu träumen. Jedes Mal wenn ich mit ihm hoch fahre, klopft es irgendwann von außen gegen eine der Wände. Das Geräusch kenne ich weil es sich nämlich genauso anhört wie wenn man von innen gegen eine der Wände klopft. Ich weiß nicht woher das kommen sollte. Ich fahr jetzt seit 25 Jahren jeden Tag mit diesen Fahrstühlen hoch und runter und mir ist noch nie so ein Geräusch begegnet. Dann ist da noch ein Geräusch. Das hört sich an als würde eins der Seile knacken. Da sind ca. 5 oder 6 Stahlseile an denen der Fahrstuhl hängt. Das knackt irgendwie so seltsam mit Hall. Ich glaube, dass ich gleich lieber Treppen gehe.

Ein weiterer Punkt auf der Liste „Dinge, die ich in meinem Leben erreichen möchte“: Einmal die zusammengehörigen Stücke Another Brick In The Wall (Pt.1) / The Happiest Days Of Our Lives / Another Brick In The Wall (Pt.2) von Pink Floyd hören und dabei keine Tränen in die Augen bekommen.

Mich plagen, seitdem ich denken kann, jeden Tag, jede Stunde in der ich wach bin, Ohrwürmer. Ganz selten sind es Jingles aus Werbungen, öfter Hits aus den Charts, aber am meisten Melodien, die ich mag und oft höre. So laufen teilweise ganze Alben während des Tages durch meinen Kopf. Ich habe herausgefunden, dass man am besten ein Lied aus dem Kopf bekommt, wenn man es einmal hört. Ist natürlich nervig, wenn es ein scheiß Lied ist. Aber schon lustig, was einem für Compilations dann tagsüber durch den Kopf gehen.
In einem der letzten Neon Magazine gab es einen kleinen Artikel über Ohrwürmer. Wer mag, kann den ja mal nachlesen.

Als ich letztens im Süden Deutschlands zuhause war, besuchte ich einen Asia-Supermarkt. Dort konnte man furchtbar tolle Erfrischungsgetränke in Dosen kaufen. Ich hatte einen Guava-Drink, der absolut leckerschmecker war. Das erinnerte mich an einen Orangen-Erfrischungsgetränk aus England mit Namen „Tango´d“, das man bei uns nur in einem 10 km entfernten englischen Laden kaufen konnte, in den wir dann immer mit Fahrrad gefahren sind. Auf MTV lief für das Getränk immer eine Werbung in der es hieß: „You know when you´ve been tango´d.“

Es fällt mir heute auf, dass meine Träume oft an einem Ort spielen. Selten unternehme ich eine Reise in einem Traum oder wechsele auch nur die Räumlichkeiten oder Ortschaften. In dem Gebäude, in dem ich heute nacht lebte, war zugleich meine Arbeitsstelle, meine Stammdisco, mein Proberaum. Es war ungefähr so: ich befand mich auf Arbeit, es war aber nichts los, deswegen dartete ich mit ein paar Freunden. Die ganze Zeit über wartete ich, dass es später wurde, damit ich in meine Stammdisco kann. Als es abend war, ging andauernd jemand durch eine Verbindungstür, die in die Disco führte und ich hörte dann auch die Musik von nebenan und sah die Lichter. Aus irgendeinem Grund konnte ich aber nicht nach nebenan und schnappte mir die E-Gitarre, die neben mir stand und spielte darauf ein Metal-Riff. Ich drehte mich zu einem Freund und sagte: „Erkennst du das? Das ist ‚Under the surface’ von Morgoth.“