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Archiv für den Monat Oktober 2004

Liebe Halloween-Kinder! Ich habe mir, aufgrund meines Ofens, ein Beil zugelegt, und ich werde nicht zögern es zu benutzen, falls ihr diesen dummen Hallowenn-Kult auch an meine Haustür tragt. Wenn ich mit euch fertig bin, nehme ich mir eure Süßigkeiten und verschnabuliere diese genüsslich mit einem Kaffee dazu. Außerdem weiß ich, wo eure Eltern wohnen, und ich rufe eure Mama an, damit sie der Schande ihrer Kinder gewahr wird. Dann rufe ich die Polizei, zeige euch an und dann seht ihr Mami und Papi nie mehr wieder. Das wollt ihr doch nicht, oder? Ich könnte auch eine Maske aufsetzen, nach eurem Klingeln die Tür aufreißen und versuchen euch zu Tode zu erschrecken, um eure lieben kleinen Kindergesichtchen angstverzerrt zu sehen. Ach ja, liebe Kabel1-Nachrichtenredakteure (wenn es bei euch sowas gibt): Ich glaube, es heißt „Süßes, sonst gibts Saures“ und nicht „Süßes oder Saures“.

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Darüber sollte man sich auf jeden Fall freuen. Nein, jubeln sollte man, schreien geradezu. Auch hier.

Die alte Heimat soll auch die neue sein: Im ersten Programm der ARD, wo Harald Schmidt einst die Comedy-Sendung „Schmidteinander“ produziert hatte, will der Entertainer sein Comeback wagen. Nach Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ („SZ“) soll der 47-Jährige bereits am 23. Dezember – ein Jahr nach seinem Abschied von Sat.1 – ins deutsche Fernsehen zurückkehren. Geplant seien für das kommende Jahr ein neues Format mit Schmidt, das jeweils Mittwochs und Donnerstags um 23 Uhr ausgestrahlt werden soll, meldete die Nachrichtenagentur AP unter Berufung auf informierte Kreise.

Ich beanspruche übrigens für mich, der König im Essen-auf-den-Boden-schmeißen zu sein. Keiner kann das besser als ich. Danach muss man das Essen natürlich wegschmeißen, denn es ist selten in meinen Räumlichkeiten so sauber, dass man „vom Boden essen“ kann. Vielleicht in den Sekunden, nachdem ich gesaugt oder gewischt habe. Ach halt, nein, dann sind es natürlich die Tenside aus den Putzmitteln, die das Essen ungenießbar machen. Ich stehe also oftmals in der Küche, nehme Essen in die Hand, befördere es von A nach B, z.B. aus dem Kühlschrank auf ein Brettchen, und schon rollt oder fällt es herunter und schafft es dann auch noch, in die entlegensten Ecken mit viel Staub zu rollen. Oder etwas tropft herunter, irgendwas mit Soße, all sowas. Ist ja schon erstaunlich, wie schnell dann das Essen unappetitlich wirkt, wie genau man sich vorstellen kann zu kotzen, würde man es jetzt essen.

Das Wundervolle an Herrn Waldar ist ja, dass ein dumpfer Schwachmat wie ich, der erst mal „Was soll denn der Scheiß?!“ zu fast allem schreit, was als Tipp aus vielen Richtungen kommt, der sich die Ohren zuhält, den Kopf schüttelt und selbsthypnotisierend „Nein, nein…“ vor sich hin murmelt, wundervollerweise auf alte Postings zurückgreifen kann, wenn er – also ich – es dann doch kapiert hat.

Es gibt Städte, die von vornherein so mit ihren Schloten den Hals verdrecken und –stauben, dass man sie nie wieder sehen mag. Diese Städte sind wie die Zahnräder in „Moderne Zeiten“, sie sind wie die tropfenden Gänge in „Alien“, sie sind wie von einer wabernden Glocke aus Betäubungsmittel umgeben, sie sind wie der Rand der Realität, wie alles Schlechte der Moderne, wie das Gefühl etwas Faules gegessen zu haben. Kommt man in ein Geschäft, erkennt man gleich, dass jeder dunkle Ringe unter den Augen hat, alle gehen mit krummen Rücken herum. In diesen Städten muss man immerzu nur weinen und in jeder Träne ist Ruß, niemals kann man den Kopf heben, diese Städte sind wie missgebildete Räume, wie eine optische Täuschung, in denen jeder Punkt, auf den man zusteuert, immer weiter weg entfernt erscheint. In diesen Städten gebar die Erde die Häuser und rief die Menschen mit verzerrten Sirenen zu einem Gottesdienst mit umgedrehtem Kreuz. Diese Städte sind wie das übermüdete Augenzukneifen, die aneinanderreibenden Hände der unbemerkten eigenen Nervosität. Diese Städte sind die schlechte Ausführung einer guten Idee, das von der Sonne zerstörte Gewebe der eigentlich schönen Haut, sie sind das Wegschauen, das Sich Ekeln vor der Hässlichkeit, diese Städte sind die Hässlichkeit.