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Archiv für den Monat Dezember 2005

Jahreswechsel waren für mich schon immer etwas besonderes. Es ist für mich nicht der Wechsel von einem Tag zum anderen, sondern immer die Möglichkeit, sich zu erneuern und Fehler zu beseitigen und anders auf die Welt und ins eigene Leben zu sehen. Ich weiß auch seit 10 Tagen nicht mehr, welchen Wochentag wir haben. Das gefällt mir. In diesem Jahr ist viel passiert. Früher war es so, dass die geraden Jahre immer die guten und die ungeraden die schlechten Jahre waren. Jetzt hat sich das alles verwischt, die Jahre haben immer beide Seiten. Ich hoffe für viele Menschen, dass ihr nächstes Jahr gut wird. Aber es wird schwer. Für viele Menschen, die ich kenne. Aber bis jetzt war kein einziges Jahr langweilig. Kein einziges Jahr war Stillstand. Kein Jahr, in dem man nicht kämpfen musste. Auch das gefällt mir. Dieses Weblog muss ständig erneuert werden. Dann will ich mal dies, und dann will ich mal das.
Ich wünsche euch Gesundheit und wenig Sorgen. Ich wünsche euch Einfälle und Ehrgeiz. Ich wünsche euch Klarheit und Mut. Bis nächstes Jahr.

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Unvollständig und langweilig hingeschmiert.

Top großartiger Alben:

HOOD – Outside Closer
THE MARS VOLTA – Frances The Mute
BONNIE ‚PRINCE‘ BILLY – Superwolf
LOGH – A Sunset Panorama
SILVER MT. ZION – Horses In The Sky
BOHREN & DER CLUB OF GORE – Geisterfaust
BLOC PARTY – Silent Alarm
LAWRENCE – The Night Will Last Forever
SMOG – A River Ain´t Too Much To Love
SPILLSBURY – 2
ALEX SMOKE – Incommunicado
FENIN – Grounded
HRSTA – Stem Stem In Electro
SAM PREKOP – Who´s Your New Professor

Überraschender waren da leider die Flops:

DAFT PUNK – Human After All (grauenvoll bestimm- und vorhersehbar)
STEPHEN MALKMUS – Face The Truth (zu anstrengend, immer dieses Verquere)
DEATH BY STEREO – Death For Life (weg die Arrangements, weg die Melodien)
FOUR TET – Everything Ecstatic (ungreif- und unnachvollziehbar)
SIGUR ROS – Takk (schade, einfach zu stillstehend)
TURNER – Slow Absue (zu schwebend)
BOARDS OF CANADA – Campfire Headphase (ein Hype um nichts)
A DAY IN BLACK & WHITE – Notes (ganz weit ab von „Heroes“… langweilig!)
THE WHITE BIRCH – Come Up For Air (irgendwie nö)
DAVID PAJO – dto. (hätte heißen sollen SIMON & GARFUNKEL WANNABE)
T.RAUMSCHMIERE – Bang Bang Rock´N´Tech (oder so… Sandra Nasic? NEE!)

Eigentlich geht es mir in diesem Posting nur um eine Band: Karat. Und zwar um die Phase der beiden Alben „Albatros“ (1979) und „Schwanenkönig“ (1980). Ich kenne leider die Alben vorher und die Alben nachher nicht, ich weiß nur, dass sie sich in den 80er und 90er Jahren zu einer grauenvollen Schlagerband entwickelt haben. Auf diesen beiden Alben jedoch befinden sich Songs, die Post-Rock waren. Es war natürlich die Zeit von Pink Floyd und Krautrock. Karat lassen die Songs „Magisches Licht“, „Tiefsee“ und „Albatros“ (als Beispiele) an- und abschwellen, so wie es heute Mogwai oder Sigur Ros tun. Auch verwenden sie die heute bei neuen deutschen Post-Rock und Electroclash-Bands beliebten Synthie-Sounds. Diese synthetischen Streicher, die sich sehr flächig anhören. Das alles geschieht natürlich in Moll um den gewünschten dramatischen und traurigen Effekt zu erzielen. Jeder, der sich heute gerne Bands wie Sigur Ros oder Mogwai anhört, sollte sich von „Albatros“ und „Schwanenkönig“ die guten Songs raussuchen, und damit meine ich natürlich: die Platten kaufen und auf einer CD zusammenstellen.
Für mich waren Karat ein maßgeblicher Einfluss, wenn es um meinen heutigen Musikgeschmack geht, ganz einfach weil ich diese Platten gehört hab, als ich noch sehr klein war und sie auf dem Plattenspieler meiner Schwester liefen.

Der Ärger darüber, nicht einmal ein paar anständige Zeilen zum Weihnachtsfest schreiben zu können. Dabei fühlt sich die Tastatur so gut unter den Fingern an, jeder Buchstabe leistet ein bisschen Widerstand und bleibt nicht da, wo man ihn haben will. Auf der Hinfahrt noch fleißig am Protokollieren, doch schon am Abend des 23. fliegt jedes Wort wie ein Rauschen an meinen Ohren vorbei, nur jedes 23. Wort bleibt hängen und die lauten eigentlich alle: Trinken mal 2. Früher die 5 Bier gebraucht, um normal zu werden, jetzt sind die 5 Bier Schlieren an der Windschutzscheibe, Matschschlieren, die ich nicht mal Espresso wegwischen kann. Sich immer wieder, den Abend über fragen: warum kommt denn niemand bzw. alle immer so spät? Ich zeig dir mein Leben. Ich wusste damals, dass ich auf dem Weg in Richtung Erde war, mit Lichtgeschwindigkeit geritten.
Es gibt keinen offenen Ausbruch am 24. Die Zeichen vor der Klammer sind nicht mehr die der letzten Jahre, also tritt auch nicht das ein, was meine Geschwister und ich befürchtet haben. Wir sind nicht mehr da, wo wir über 20 Jahre unseres Weihnachtslebens gefeiert haben, also ist es für die Trauer und den Schmerz schwer, in uns zu kommen. Es ist sowieso schwer, denn uns geht es gut, wir sind glücklich. Als Vorzeichen vor der Klammer.
Das vorbereitete und erdachte Programm spielt sich ab, all das + Wein. Ich bin glücklich, alle wieder zu sehen. Viele sind aber erstaunlich unbeteiligt und unkonzentriert. Ich bin voller Herzschmerz.
Zu wenig Zeit ist geblieben, um alle zu befriedigen, um allen das Maß beizubringen, wie es ist, nicht mehr den Luxus der Zeit zu haben.