Archiv

Archiv für den Monat Mai 2006

Es macht sich die große Ratlosigkeit unter den Post-Rock Bands breit, zu denen man ja wohl auch irgendwie Gregor Samsa rechnen muss. Es tauchen die ersten Bands bei den Labels auf, die direkt von Sigur Ros beeinflusst wurden, denen Sigur Ros einen Weg bereitet hat. Allein, sie schaffen es nicht, die Qualität der genannten Band auch nur annähernd zu erreichen. So auch Gregor Samsa nicht, die mich schon mit ihrer EP „27:36“ wenig beeindruckt haben. Es gilt für Gregor Samsa das gleiche wie für Mono: Langsamkeit, Unnah- und Ungreifbarkeit der Sounds, schwebende Klänge, langsame mit Delay und Reverb belegte Gitarren und zerbrechliche Stimmen erschaffen nicht automatisch Schönheit und Atmosphäre. Hierbei müsste das Ergebnis weit mehr als die Summe der einzelnen Teile sein und die einzelnen Teile sind nun mal Melodien, Arrangement und Soundideen. Aber es klingt alles gleich bei Gregor Samsa. Von Lied zu Lied. Quälend langsam schleppen sich die Songs voran. Schülerchormäßig klingt die Stimme der Sängerin, uninspiriert die technischen Spielereien mit ihrer rückwärts aufgenommenen Stimme, flüsternd. Dass das Album also doppelt so lang wie die EP geht, wundert mich nicht. Da werden die Songs halt gerade mal ein bisschen gestreckt, macht ja eh nichts.
Alles in allem lässt mich das Album leerer zurück, als ich vorher war, ausgesaugt hat mich die Trägheit. Und die Trauer darüber, dass diese wunderschöne Spielart von Musik zur Zeit von Veröffentlichungen geprägt ist, denen es nicht nur an Ideen fehlt, sondern vor allem an Talent und Geist.

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Heute Nacht hatte ich einen der seltsamsten Träume der letzten Jahre. Zuerst einmal hatte ich einen Traum innerhalb eines Traums, was das letzte Mal vor einigen Jahren passiert ist, in diesem Traum innerhalb des Traums war alles auf wunderbare Weise klar. Ich war in einem Parkhaus in einer fremden Großstadt, dort war ich ausgesetzt worden und ich wusste, dass ich jetzt einige Rätsel lösen muss. Ich sprang von der zweiten oder dritten Etage des Parkhauses auf die Straße und lief zur anderen Straßenseite. Dort sah ich T. S. in einer Limousine und ich konnte ihm gerade noch zurufen: „In welcher Stadt sind wir?“ – „Wir sind in Hagen.“ Dann knallte er die Tür zu und die Limousine brauste davon. Plötzlich war M. auch bei mir und wir gingen einen mit Bäumen gesäumten Weg entlang. Dort gab es ein verfallenes Bushäuschen und dort saßen N. und M. in der Hocke. Vor ihnen lag ein kleiner roter Koffer aus Samt, in dem waren auf komische Weise kleine Dominosteine angeordnet, aufgeschichtet. Sie waren aus schwerem Material, ich glaube es war Elfenbein. M. und ich knieten uns hinunter und ich sagte zu M.: „M., du weißt ja, dass dies ein Traum ist, wir müssen jetzt herausfinden, was diese Dominos zu bedeuten haben.“ – „Ja, ich weiß auch nicht…“ – „Aber du weißt doch, dass das ein Traum ist.“ – „Jaa, nicht so laut, sonst wach ich auf.“ – „Passt auf, ich werde jetzt drei dieser Dominos in meine Tasche stecken und wenn ich morgen aufwache, schaue ich nach, ob sie in meiner Tasche stecken.“ Daraufhin steckte ich drei der Dominos, auf denen jetzt chinesische Schriftzeichen waren, in meine Tasche und versuchte aufzuwachen. Ich wachte auch auf, aber in meinem „ersten“ Traum. Da lag ich in einem riesengroßen Bett und alle meine Freunde und Menschen waren da. Ich bat N. dann, meine Hose aus dem Schrank zu suchen, um nachzuschauen, ob die Dominos da wären. Doch dazu kam es irgendwie nicht mehr. Das nächste was ich weiß, war, dass ich bei uns im Fahrstuhl stand und von unserem Fahrstuhl träume ich wirklich total oft. Ich verspüre nicht im geringsten Angst, wenn ich mit unserem Fahrstuhl fahre, innerhalb von 20 Jahren ist da nie was passiert, aber in meinem Träumen passieren schreckliche Dinge, so dass ich furchtbare Angst bekomme. Ich war im Fahrstuhl mit M. und dem kleinen türkischen Jungen aus unserem Haus, der immer nur Blödsinn macht. M. und ich redeten gerade auf den Jungen an, weil er wieder etwas angestellt hatte, da fühlte ich mich plötzlich als wäre ich sturzbetrunken, im selben Moment beschleunigte der Fahrstuhl auf eine hohe Geschwindigkeit, die anderen beiden schienen das aber gar nicht zu bemerken. Der Junge wohnt oben im 7. Stock (auch in der Wirklichkeit) und als wir endlich da angekommen waren, nachdem ich die furchtbarsten Angstzustände meines Leben ausgestanden hatte, torkelte ich aus dem Fahrstuhl und ging in Richtung Treppenhaus, da kann man ja von oben nochmal rausgucken, und ich weiß noch, dass ich Angst hatte runterzufallen, aber ich war nicht betrunken, ich dachte noch so: ich bin krank, deswegen schwanke ich so. Danach ging ich im Treppenhaus die Treppen runter, es war stockfinster und jemand verfolgte mich.

Ich träumte, ich wäre wieder in der Schule, allerdings war die Atmosphäre der Schule erschreckend real, sie war wirklich genau wie mein gutes altes Gymnasium. Und ich träumte nicht von Biologie bei Herr S., oder dass ich zu spät zum Unterricht erschienen war, sondern dass ich wieder Französisch bei Herr B. hatte. Alles war erschreckend real und ich war der Dumme in der Klasse. Es war so, als hätte ich total vergessen, dass ich Französisch überhaupt habe, denn als ich mein Heft aufschlug und die Aufgaben zu den nicht gemachten Hausaufgaben sah, merkte ich, dass ich überhaupt nicht einmal daran gedacht hatte. Ich kam dann bei der letzten Aufgabe tatsächlich dran und wusste natürlich nichts. Da sah ich, wie sich langsam alle Finger der Klasse erhoben, weil die Frage oder Aufgabe anscheinend so einfach und leicht war, dass sogar die Dümmsten der Klasse die Antwort oder Lösung darauf wussten, nur ich nicht.

Heute nacht habe ich geträumt, dass Peter Handke hier bei uns angerufen hätte. Es war entweder der Silvesterabend oder Neujahrsabend, ich weiß es nicht, auf jeden Fall war meine Schwester hier und er wollte mit ihr sprechen. Beziehungsweise meinte er, er wolle mit uns beiden sprechen und da ich nun einmal gerade am Telefon sei, könnte er ja auch erst mit mir sprechen. Ich fing an mit ihm über Schreibthemen zu diskutieren und wir bekamen uns ganz schön in die Wolle. Ich habe dann auch dieses Zitat von ihm aus „Die Geschichte des Bleistifts“ gebracht „Ich bin nicht so, wie ich manchmal denke, und ich handle doch oft so, wie ich nicht bin“ aber ich weiß nicht mehr, was er darauf antwortete. Als wir dann beide stumm blieben, erzählte ich von dem Buch, das ich gerade lesen würde und da wechselte er ganz schnell das Gesprächsthema, da er anscheinend nicht mehr über seine Bücher sprechen wollte. Auf jeden Fall war ich in dem Traum sehr unzufrieden mit Peter.