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Archiv für den Monat April 2007

So geht das. Da findet man sich zusammen, in der Ur-Besetzung von The Same Minute Twice, und heraus kommt das, was herauskommen soll, was man aber, während es passiert, nicht will und erst im Nachhinein versteht, wieso alles so gekommen ist. Am Anfang gab es eine Lichtbild-Version von „Ride = Right“, das erste gemeinsame Stück damals als Band, das erste gemeinsame Stück beim ersten Zusammenspielen nach fast 4 Jahren. Es klang nicht wie das frühere „Ride = Right“, sondern mehr als würde man statt aus einem Fenster zu schauen und die Aussicht zu genießen eine schlechte Kopie einer Landschaft auf ein Fenster kleben und die anschauen. Danach wurde es noch finsterer, sich warmspielen nennt man das wohl als Mucker, und genau das taten wir, erst ich am Bass, M. am Schlagzeug und A. an der Gitarre, dann ich am Schlagzeug, M. am Bass und A. wiederum an der Gitarre. Zwei Stücke quälten wir uns, seelenlos, allerdings auch egal, weil das Ganze ja eh kein Ziel hat. Wo wir in dem Moment hin wollten, weiß ich allerdings auch nicht. Aber trotzdem nahmen wir alle diese Minuten sehr ernst. Es war sehr schön, diese Ernsthaftigkeit zu spüren.
Und erst dann kam das, was wir früher an unserer Band mochten und wieder mögen würden. Gänzlich anders die Konstellation dieses Mal, denn ich nahm mir ein altes Akkordeon, m.E. das am meisten unterbewertete Instrument, und spielte darauf eine Melodie. M. spielte dazu am Schlagzeug und A. an der Gitarre. Und da war es dann. Mitten im Raum stand es und wir alle schauten es an. Und zum Schluss sprachen wir darüber, A. erinnerte es an Silver Mt. Zion, M. an Element Of Crime und mich an Beirut. Und das Tolle daran ist, dass A. kein Silver Mt. Zion hört, M. kein Element Of Crime und ich kein Beirut.
Wir haben und es gibt keinen Namen, für das was wir getan haben und in der Zukunft noch tun werden.

Heute Nacht habe ich geträumt, dass ich mit V. durch den Brandenburger Ring gelaufen bin. Wir waren auf dem Weg zu ihm, weil wir eigentlich zu müde waren, um noch in eine Disco zu fahren, in die wir eigentlich hatten fahren wollen. Es fiel uns ein, dass noch Einkäufe von mir bei ihm im Auto waren. Da klingelte sein Handy. Der Ton war der Anfang eines Stückes von Don Caballero. Ich sagte: „Sind das nicht Don Caballero, die ich so scheiße fand?“ In meinen Worten schwang aber mit, dass ich dieses Stück ziemlich toll fand. Wir liefen dann zurück, an der 16 vorbei und die Szenerie änderte sich in einen Trailer für einen Film, in dem man die verschiedensten Comic-Serien zusammengeschnitten hatte. Man lief z.B. erst durch die Welt der Flintstones und hatte dann plötzlich Elemente der Simpsons dabei. Wir gingen in die 16, auf die höchste Etage und schauten auf E. hinab. Ich sagte: „Ist es nicht total schön hier?“ Die Sonne schien gold und gelb, wie sie nur im Traum scheinen kann und ein Mähdrescher mähte gerade ein Feld ab, das war die Welt des Brandenburger Rings in den 80er Jahren. V. sagte: „Ja, das meiste ist einfach Schule.“