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Archiv für den Monat Februar 2008

Mal abgesehen von jeder möglichen anderen Art von Musik, die mir über den Weg läuft und zu der ich einen engen und tiefen Bezug aufbaue, kann anscheinend nichts es mit NIRVANA aufnehmen. Für mich selbst ist das vielleicht nicht so schwer zu erklären, ich bin eben von NIRVANA großgezogen worden, ich habe mich in sie fallen lassen und wurde aufgefangen, mit all der Scheiße, mit der man eben mit 14, 15 und 16 zu tun hat. Es ist wirklich seltsam, ihre Musik wirkt wie ein Schmerzmittel: ganz egal wo meine Gedanken hängen, in dem Moment, in dem ich NIRVANA höre, wird mein Denken und mein Körper abgelenkt, aber wohin eigentlich? Was macht denn die Qualität von NIRVANA aus? Vielleicht die Paarung von Hingerotztem und Sorgfältigem, das Kaputte und Heile nebeneinander, Gut und Böse, Krach und Harmonie, die Welten, die in ihrer Musik auftauchen. Vielleicht genauso wie Abgrund und Himmel im Leben auftauchen.

Vielleicht sollte da oben auch THE BEATLES statt NIRVANA stehen. Weiß ich gerade nicht.

SHINE A LIGHT. Martin Scorsese, USA 2007.
CELA S’APPELLE L’AURORE. Luis Bunuel, F/I 1955/56.
ÉL. Luis Bunuel, MEX 1952/53.
A JIHAD FOR LOVE. Parvez Sharma, 2007.
CSNY / DÉJÀ VU. Bernard Shakey, USA 2007.
THERE WILL BE BLOOD. Paul Thomas Anderson, USA 2007.
TRANSSIBIRIAN. Brad Anderson, USA 2007.
ABISMOS DE PASIÓN. Luis Bunuel, MEX 1953/54.
REGARDE MOI. Audrey Estrougo, F 2007.
KIRSCHBLÜTEN – HANAMI. Doris Dörrie, D 2007.
SUDDENLY, LAST WINTER. Gustav Hofer/Luca Ragazzi, I 2008.
BAM GUA NAT. Hong Sangsoo, 2007.
DON QUINTÍN EL AMARGAO. Luis Marquina (Luis Bunuel), ESP 1935.
WILD COMBINATION. Matt Wolf, USA 2008.
RESTLESS. Amos Kollek, 2007.
OTTO; OR, UP WITH DEAD PEOPLE. Bruce LaBruce, 2007.
BE KIND REWIND. Michel Gondry, 2007.

Heute Nacht habe ich geträumt, ich hätte mit Steve Carell in einem Flugzeug gesessen und ihm von einem Traum erzählt, in dem ich mit ihm in einem Flugzeug gesessen hätte. Das kommt davon, wenn man auf der Berlinale ist und wenn man vorher ein Semester lang Filme wie „Adaption“ oder „Swimming Pool“ anschaut, die beschreiben, wie die Vorlagen für den Film geschrieben werden, dessen Film sie dann sind, was ja eigentlich gar nicht geht.

Erst kamen die Filme, dann kamen die Preise für Filme. Und am Ende landet man wieder bei den Filmen. Nur so kann man dem Filmumgebungstrubel entfliehen, wenn man sich auf der Berlinale bewegt. Hier reiht sicht Wichtigkeit an Wichtigkeit. Aber – Baudrys Apparatustheorie mal ernst genommen – Filme im Kino anschauen, am laufenden Band, aus der laufenden Filmrolle, kann wirklich anstrengend sein. Da müssen die Kinos schon richtig schön sein, was sie dann in Berlin auch sind, das Urania, der Filmpalast, das Delphi, der Zoopalast… allein im Zeughaus-Kino schaut man sich eher die Hinterköpfe der Vordermänner und -frauen an. Alles andere als Filme anschauen ist aber noch anstrengender. (Berlin wirkt auf mich auch noch aus der Vergangenheit, und ich schaue in sie zurück. Der Palast der Republik ist nur noch ein Metallskelett, und ich bin vor zweieinhalb Jahren auf verschiedenen Etagen dort herumgelaufen. Unendlich glücklich, am 6. Februar nach Berlin abgefahren zu sein.) Meine Rezeption der Filme ändert sich zum Glück nicht, auch wenn Regisseure und Stars mit mir im selben Kino sitzen. Filmkritiken sind auf Film und Kritik zu finden, Liste mit gesehenen Filmen folgt dann im Anschluss an die Berlinale. (Zerfahrener Eintrag, liegt am Anderswo- und Woanderssein.)