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Archiv für den Monat April 2008

eben eben eben genau genau genau

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Heute Nacht habe ich geträumt, dass ich mich in meinem eigenen Kopf befand und dort herumlief. Mein Kopf war ein wenig wie ein Amphitheater aufgebaut, mit Sitzreihen aus Steinen, die aber alle riesig waren, und die in zwei Halbkreisen angeordnet waren, die sozusagen die linke und die rechte Seite meines Kopfes beschrieben/markierten. Die meisten dieser Stufen waren leer, vereinzelt saßen dort Menschen und schauten auf den Boden (der wohl sozusagen mein Mundraum und mein Rachen war). Ich lief durch meinen eigenen Kopf hin und her und erblickte auf einer der höheren Stufen V., der dort saß und im selben Moment wurde mir die Absurdität der ganzen Situation bewusst und dann auch, dass dies ein Traum sein musste. Also ging ich zu V. und sagte zu ihm: „Was machst du hier in meinem Traum?“ Er fing an zu lachen und antwortete nicht auf meine Frage, und ich wusste, dass ihm das irgendwie nicht möglich war, eben weil es ein Traum war. Aber ich fragte ihn immer wieder und wieder: „Was machst du hier in meinem Traum?“ Irgendwann sagte er dann lachend: „Ich hab Überfluss, Mann.“

Gestern Nacht habe ich geträumt, dass ein von einer Künstlerin im Traum entworfenes Horrorszenario für mich Wirklichkeit wurde. Das kam so: Ich war in meiner alten Schule und bekam von zwei Dozenten des letzten Semesters künstlerische Arbeiten und Werke meiner Kommilitonen gezeigt und erklärt. Dabei gingen wir durch den Schulflur und dort waren die Arbeiten ausgestellt. Die Dozenten zeigten darauf und erklärten: damit war dies gemeint, damit war jenes gemeint. Es war so, dass dann plötzlich in einer Reihe in dem Schulflur Gäste/Zuschauer saßen, alle mit schwarzen Hosen und weißen Hemden bekleidet, und einer dieser Gäste meldete sich und stellte die Frage nach einem der Kunstwerke und aus unerfindlichem Grund war das Anlass zu einem Wutausbruch der Dozenten. Die Erklärung des Kunstwerks war folgende: die Welt löscht sich nach und nach aus, stirbt, und das erste was passiert, ist, dass überall die Lichter erlischen. Auf den Straßen, in den Häusern, überall. Und nach und nach verschwinden die Menschen. Später stand ich dann in einer Straße an einer Bushaltestelle, wartete auf meinen Bus, es war winterliches Wetter, und ich dachte über dieses unheimliche und starke Kunstwerk nach. Ich war unendlich begeistert davon, dass sich ein Künstler getraut hatte, ein solch unheimliches im Sinne von gruseliges Kunstwerk zu erschaffen, und in dem Moment begann das Kunstwerk Wirklichkeit zu werden. Ich stand an der Straße und schaute nach rechts, dort stand eine Straßenlaterne, die erlosch, dann schaute ich nach links, dort standen Straßenlaternen, die nach und nach erloschen, und plötzlich verschwanden die Straßen und die Häuser und ich wusste, dass ich entweder ebenfalls verschwinden würde oder als einziger Mensch allein auf irgendeiner Ebene weiterleben würde, was ich nicht wollte. Also stöhnte ich mich aus diesem Albtraum wach.

Heute Nacht habe ich geträumt, dass ich im Traum A.W. einen Traum erzähle. Ich treffe ihn in einem Gebäude, das wie eine Mensa aussieht. Der Traum, von den ich ihm erzähle, geht: Ich habe geträumt, du würdest in diesem Semester ein Seminar über Clowns im Film abhalten, und die Studenten liegen in einer Art Bett, während du das erzählst, unter einer Decke, aber es fühlt sich auch so an, als würde man in einer Badewanne mit Wasser liegen, und während du vom Thema erzählst, spürt man Menschenteile unter der Bettdecke in diesem seltsamen Badewasser, und das sind alles Teile von Clowns. Ich melde mich dann und will von „ES“ erzählen, weil da auch ein Clown vorkommt. Während ich im Traum A.W. diesen Traum erzähle, lacht er sich darüber kaputt, was ich für einen Quatsch träume.

Mir hätte die Wichtigkeit von Medialität schon lange vor Beginn meines Studiums auffallen müssen, und zwar am Beispiel meiner Handschrift oder meines eigenen Schreibens an sich. Meine Handschrift ist in höchsten Maße davon abhängig, welchen Stift ich in der Hand halte, oder auf welchem Material ich schreibe. Und überhaupt: ich kann eigentlich gar nicht mehr mit der Hand schreiben.

Heute Nacht habe ich geträumt, dass ich in einem Gewächshaus war und dort an einem künstlichen angelegten Fluss stand, der durch ein metallenes Rohr verlief. Ich hielt den Fluss für einen natürlichen Fluss und wollte ihn mit einem eckigen Glasbehälter reinigen. Ich hielt diesen Glasbehälter ins Wasser und wollte Dreck abschöpfen. Dabei sah ich, dass der Dreck, der sich in dem Behälter absetzte, wie natürlicher Flussboden aussah, und ich dachte: Eigentlich wäre dieser Behälter perfekt, um ein Aquarium daraus zu machen. Ich stellte mir dann vor, wie in diesem kleinen Glasbehälter Fische schwimmen, ganz kleine Fische.

Als ich zuletzt in einem Club (Disco sagt man auf keinen Fall mehr, man sagt Club, egal welche Musik gespielt wird) stand und in Erwartung eines guten Lieds zum Tanzen schon die Auf-die-Tanzfläche-stürmen-Haltung angenommen hatte, fiel mir zum ersten Mal so richtig auf, dass ich alt bin. Nicht nur, dass ich dort zwei Stunden lang in dieser Position ausharrte, bis mal ein Lied lief, das ich kannte, nein, vor mir stürmten Kids die Tanzfläche und reckten und rissen ihre Arme in die Luft, als hätte es noch keine Rockrevolution gegeben und gingen haufenweise zu einer Reihe an stinklangweiligen Rocksongs ab, denen allen der Muff der Stagnation und des Konformismus anhaftete. Glatt produzierte und makellosgemasterte 08/15-Rocksingles, die alle nur eins vermittelten: hier bei uns gibt es keine Innovation, hier wird nur gerockt. Da bleibt aber nicht viel übrig. Mir graute es bei dem Gedanken, dass dies wahrscheinlich all die Bands waren, über die man allerorten Lobeshymnen liest und die dann so wenig von dem halten, was sie versprechen. Und diesen Artikel hier zu schreiben, ist in etwa so uncool, wie sich an solch einem Abend Bands wie… na ja, ich lasse es lieber. Das ist eine Entwicklung, die ganz klar die Rockevolution mit sich bringt. Die Alten werden nun einmal aussortiert und ziehen sich mit ihren Alben aus der uncoolen Vergangenheit (in meinem Fall die 90er und auch ein bisschen die 80er) zum Sterben zurück. Und aufregen müssen wir uns auch über den Nachwuchs, damit der was zum Scheißefinden findet. Gefällt mir eigentlich ganz gut, zu fühlen, dass ich das angesagte Zeugs der Kids scheiße finde und mich darüber aufrege.