Archiv

Archiv für den Monat Juni 2009

Nur noch die Statistiken bei Last.FM können nun beweisen, wer in der letzten Zeit wirklich noch Michael Jackson gehört hat (geht man erst einmal von der unmanipulierten Evidenz der Zahlen aus); ein Umstand, für den sich die meisten geschämt haben werden, so wie man sich anscheinend allgemein schämen muss, wenn man sogenannten Achtziger-Pop hört, vor allem wenn man sich wissenschaftlich mit Musik auseinandersetzt. Wie ein Aussätziger wird man behandelt, da viele immer noch wie blind hinter der dialektischen Aufklärung und der Frankfurter Schule hinterherlaufen. Da ist man wie der Sawyer der Medien- und Kulturwissenschaften, wenn man das Gegenteil behauptet. Natürlich ist nicht alles aus den Achtzigern Michael Jackson, und natürlich ist nicht alles, wo Achtziger-Pop drauf steht auch Achtziger-Pop. Kulturwissenschaftler nehmen so etwas wie den Tod eines Künstlers oder Stars aber gerne als Anlass, um sich dann einmal mit den Umständen und Inhalten zu beschäftigen, deswegen wird es jetzt ganz hässlich werden. Sie werden jetzt alle ankommen und etwas gehaltvolles an und in Michael Jacksons Werk finden und dann gibt es einen Sammelband, der Michael Jackson auch endlich als in der Kulturwissenschaft angekommen auszeichnen wird. Dabei treiben sie ein ganz perfides Spiel mit dem, was Michael Jackson als Ausnahme ausgezeichnet hat. Zuerst fressen sich die Kulturwissenschaftler an einer angeblichen Indie/Mainstream-Opposition fett, vernichten alles was glitzert und glamourt und ernennen den Schmutz und Fehler einfach mal als ursprünglich Gutes, um dann zu erkennen, dass es nicht so ist. Diese Erkenntnis wird aber nicht groß herausposaunt, sondern erst einmal leise verkündet oder es wird gar darüber geschwiegen. Mit der Abschaffung eines großen herrschenden und herrischen Diskurses wurde ein noch schlimmerer geschaffen, der des Indie-Underdogs, angeführt von den Indie-Robin Hoods. Und die hatten nur einen großen Feind, wenn man einen benennen könnte, der für die Gemachtheit in der Pop-Welt steht: Michael Jackson. Im Tode aber darf man niemanden verlachen, verhöhnen, niedermachen, deswegen wird es jetzt hässlicher als es die ganze Zeit sowieso schon war. Sie ziehen Michael Jackson auf ihre Seite, indem sie ihm den Stempel der Wissenschaft verpassen und das Thema nicht so behandeln werden, als hätte Michael Jackson diesen Stempel schon lange verdient, das werden sie ihm nicht zugestehen. Für die Rehabilitation einer Wissenschaft, die sich viel zu lange mit Polen, mit Plus und Minus, mit Gut und Böse aufgehalten hat, und sich konsequent den Erkenntnissen über Diskontinuitäten verweigerte und nicht dem Fehler im Fehler erkennen wollte, wären Artikel und Aufsätze notwendig, die sich nun endlich mal daran machen, den Mainstream aus der Zeit zwischen 1979 und 1985 vom Nebel zu befreien.
Natürlich bin auch ich selbst einmal dieser einen Wahrheit hinterher gelaufen und habe mit flammenden Worten für das Gute Kleine gegen das Böse Große geeifert, lange Zeit und viele Jahre lang. Aber niemals hätte ich eine genealogisch erinnerte Pop-Vergangenheit verleugnet oder die Zerstörung ihrer gar schriftlich zu einer Wahrheit erhoben. Nun kann man sich nur noch den Massenmedien gegenüber abschotten, um all das nicht zu hören, nicht allerdings gegen die Öffentlich-Rechtlichen oder die Privaten, nicht gegen den SPIEGEL oder DIE ZEIT, nicht einmal gegen die BILD; nein, in Acht nehmen muss man sich gegen das rauschende Gelaber der Twitters und Facebooker, die wesentlich pietätloser über alles plärren, was eben so den ganzen Tag lang passiert. Wenn man das, was einem wichtig ist, nicht zerstört sehen will, muss man sich vor diesem trampelhaften Meinungsgepolter in Acht nehmen.

26. Juni 2009
Es musste ja soweit kommen. Da ich viel zu viel LOST schaue, träume ich heute Nacht also auch davon. Ich träume, dass ich V. und O. erzähle, ich hätte eine Szene bei LOST gesehen, in der Sawyer auf einem kleinen Boot auf einen See hinausfährt und dort kiloweise Kopierpapier ins Wasser wirft und dabei so etwas sagt wie: „So erwartet ihr es ja von mir, also mache ich es auch.“ Und genauso etwas hätte ich auch geträumt erzähle ich ihnen weiter. Dabei bin ich ganz aufgeregt und begeistert, weil das noch mehr zeigt, wie toll die Serie ist.

21. Juni 2009
Heute Nacht habe ich geträumt, dass ich auf der B239 in Richtung Kirchlengern unterwegs bin und A. fährt. Sie ist ziemlich erbost, als ich sie kurz vor dem Blitzer vor der Tankstelle, an der bis Februar 2007 der ca. 15 m große Metallmann mit dem gut sichtbaren Geschlechtsorgan stand, bis er von Kyrill umgeweht wurde und glücklicherweise nicht auf dem Dach der Tankstelle landete, sie ist also ziemlich erbost als ich sie aus extrem überhohter Geschwindigkeit zum Bremsen warne und tut so, als hätte sie das sowieso gewusst, dass sie gleich bremsen muss. Wir landen in Kirchlengern bei einer Familie von Russlanddeutschen, die meinen Vater aufgenommen haben. Ich höre seine Stimme, bevor ich ihn sehe aus dem Flur des Hauses der Familie, in dem auch eine alter grüner Audi 80 steht, der gerade verkauft wird. Er sieht noch aus wie neu. Ich gehe deshalb davon aus, dass der Traum Anfang der 80er Jahre spielt. Im Traum bin ich doch jetzt, und weiß, dass mein Vater eigentlich tot ist oder totkrank. Ich gehe zu ihm ins Haus, während A. draußen mit der Familie redet und setze mich zu ihm aufs Sofa und rede mit ihm. Worüber, weiß ich nicht mehr. Auf jeden Fall schweben A. und ich irgendwann aus dem Haus wie Geister, wie Beobachter einer Szenerie und ich lande in Kirchlengern/Herford in einer Computerfirma, in der ich vielleicht einmal gearbeitet habe. Ich versuchte mich im Halbschlaf auf dem Weg zum Aufwachen zu erinnern, ob ich dort wirklich einmal für eine Weile gearbeitet habe, kann mich aber nicht erinnern. Jetzt, wo ich schreibe, weiß ich, dass ich nie dort gearbeitet habe, wahrscheinlich verwechsele ich all das mit C.-B. aus K.a.M. Auf jeden Fall arbeite ich dort in dieser Firma und habe aber mit niemandem Kontakt. In der Mittagspause fahre ich im Fahrstuhl hinunter und bemerke, dass am Display des Fahrstuhl der Arbeitsspeicher der zeigenden Grafikkarte kaputt ist, da die genau die roten Strichelchen produziert, die meine defekte Grafikkarte in der wirklichen Welt produziert hat. Dadurch, dass ich das melde, will ich Pluspunkte beim Chef sammeln. Der Fahrstuhl scheint nicht bei E anzuhalten, deswegen drücke ich in Hektik alle möglichen Knöpfe und dabei auch aus Versehen einen dezenten Alarm. Obwohl der kein großes Aufsehen verursacht, will ich nicht, dass man weiß, ich hätte den Alarm aus Versehen ausgelöst und verschwinde daher schnell aus dem Fahrstuhl, bevor jemand kommen und nachschauen kann. Danach gehe ich in die Tiefgarage, wo mein Auto steht und sehe dort die anderen Mitarbeiter stehen, die Pause machen. Sie verkaufen alle etwas und zuerst meine ich, es wären Drogen, bis ich merke, dass es kleine Gebäckteilchen sind.