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Archiv für den Monat Dezember 2009

Ich habe mich in den letzten Wochen und Monaten vehement (zumeist innerlich) gegen diese Drone-/Instrumental-Schiene gewehrt und versucht, Konvoi (mit Hilfe von A.) woanders hin zu heben. Es hat nicht funktioniert. Es scheint so zu sein, dass diese Lust auf Drones immer in uns bleiben wird und die eben fast nur beim Improvisieren befriedigt wird. Beim Schreiben von Songs innerhalb der Band geht alles auf ein Zeitlupentempo zurück. Vielleicht weil uns die Zeit im Nacken sitzt, aber ich glaube eher, dass wir fürs Songwriting in der falschen Besetzung sind. Vielleicht wissen wir aber auch gar nicht, wie das genau geht. Songs werden also keine neuen geschrieben, aufgenommen schon, denn wir spielen wieder zumeist einfach und nehmen auf. Dabei sind die Instrumental-Rock-Stücke überwiegend, wobei diese wesentlich positiver und nicht so schwer klingen wie in den letzten Wochen von TSMT. Heute habe ich die ersten endgültigen Mixes von ein paar Songs angefertigt, bis Mitte Januar sollen dann ein paar CDs fertig sein. Danach wird uns wieder ein Schlagzeuger fehlen und ich glaube nicht, dass sich das so leicht beheben lassen wird. Zwei alte Songs sind ebenfalls wiederbelebt: Ride = Right und (Lost) Grey Valley.
Trotz allem macht das Spielen großen Spaß und wir beschweren uns auf hohem Niveau. Hey, wir proben zumindest regelmäßig!

Top 3 Handwerkersprüche:

3. Das sind Koch- und Siedegeräusche
2. Gleich krieg ich n Kaffee!
1. Morgen ist das Auto da

Top 3 Umzugsfriktionen:

3. Batterielampe im „Transporter“ geht an, aber es passiert nichts
2. Hinterm Regal ist Schimmel
1. Ich mache alles alleine aber es passiert nichts

Top 3 Prominentenbegegnungen:

(4.) der Bürgermeister meiner Heimatstadt leitet eine Rede von mir ein
3. Max Herre sitzt in einem Café in Erfurt
2. Harald Schmidt steht vor meinen Füßen
1. Obama fliegt in einem Hubschrauber über meinem Kopf hinweg
Honorable Mention: die Air Force One auch

Top 3 Urlaubsbonmots:

3. Deutsche sind Deutsche auch im Ausland
2. im Schwarzwald ist es kalt, besonders im Wald selbst
1. mit dem Flugzeug abheben ist so geil

Top 3 nervige Verwaltungsgeschichten:

3. große Stromanbieter wissen nicht, wie viele Accounts sie für einen Kunden anlegen und können nicht lesen
2. Krankenkassen haben zu viel Briefpapier, deswegen müssen sie es immer an mich schicken, bedruckt auch noch
1. Sekretärinnen erzählen mir, ich hätte im Studium NICHTS gemacht, bei mir FEHLE JA ALLES (aber eigentlich war alles da)

Top 3 Urlaubsinsider:

3. Aua, mein Rücken (oder auch: ich hab Rücken)
2. 60 Euro
1. Geilo!

Top 3 Punkte auf Listen, die nie erledigt werden:

3. Endabrechnungen
2. diesen oder jenen Weblogeintrag schreiben
1. Brille bei Fielmann ändern lassen

Top 3 Ärgernisse bei der Bahn:

3. „Wer hat ihnen denn gesagt, dass sie mit dem Ticket hier fahren können?“
2. „Das schicken Sie dann an die Bahn und dann kriegen Sie das zurück erstattet.“
1. „Wo ist denn Ihre Zusatzkarte für die 1. Klasse?“
Honorable Mention: „Die ist erst ab 9 Uhr gültig.“

Top 3 Hausarbeitsthemen:

3. Wie die Filme „Jungfrau (40), männlich sucht…“ und „American Pie“ Männlichkeit (v)erklären.
2. 4 Fragen: Was heißt „zurück“? Was bedeutet es, von LOST zu lernen? Was bedeutet Poesie? Wie manifestiert sich Nationalität?
1. Das Protokollhafte in „Zodiac-Auf der Spur des Killers“ von David Fincher, Heinrich von Kleists „Der zerbrochne Krug“ und „Die Stammheim-Bänder“.

Ein Kuddelmuddel herrscht hier bei Psychospaltung… das BA-Tagebuch zum Beispiel: erschien mir erst als eine gute Idee, denn: das Internet und DIE ÖFFENTLICHKEIT überwacht mich ja, also muss ich was posten. Stellt sich aber natürlich irgendwie doch als Trugschluss heraus, ich schreib nichts, weil es mir doch zu persönlich ist und ich auch nicht meine ganzen Unzulänglichkeiten offenlegen will. So, was sagt uns der vorige Satz? Zu persönlich? Was ist denn dann das Weblog? Das Traumtagebuch liegt auch brach, da ich mich im Moment irgendwie nicht hell und klar an meine Träume erinnern kann. Da klafft eine große Lücke. Ich weiß auch nicht, wie es weitergehen soll. Manchmal denke ich, dass das Jahresende gut wäre, um das Weblog vielleicht mal für ein Jahr zu schließen.

Es ist schwer, den ersten hörbaren Song von Jónsis bevorstehendem Solo-Album nicht zu mögen. Hier hat man die Möglichkeit, komprimiertes und gehaltvolles Songwriting zu hören, klar und nah aufgenommen und eine andere Richtung einschlagend als es letztes Sigur Rós-Album getan hat, oder noch viel schlimmer: die sinnlos mäandernden Riceboy Sleeps. Aber trotzdem wird Jónsi den Gestus der zurückliegenden Alben seiner anderen Projekte und der Hauptband nicht los, was ja auch nicht schlimm wäre, käme das alles nicht so unneu daher. „Boy Lilikoi“ klingt frisch und wohltuend unamerikanisch, um mal das allgegenwärtige verträumte ätherische Surf-Pop-Gitarrending zu erwähnen. Jónsis Musik ist im Prinzip unverortbar, die Wurzeln liegen verstreut herum und er pickt sich hier und da das Beste heraus, dennoch hört man Sigur Rós irgendwie heraus. Und damit ist das unneue gemeint. Seit Jahren macht die Band aus Island und jetzt auch Jónsi solo immer den gleichen Raum auf und lässt uns herein, um zuzuhören. Es wird immer die gleiche Soundsprache gesprochen, mal zerfaserter, mal zusammenhängender. Es scheint, als wäre Jónsi primär von sich selbst inspiriert und das ist auf Dauer wie ein Luftballon voller… ja, Luft.