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Archiv für den Monat Dezember 2011

Da 2011 schon das zweite Jahr mit Smartphone war, kann ich sagen, dass wohl inzwischen 95% meines Musikhörens von Lastfm getrackt werden. Ausgenommen sind z.B. Autofahrten, in denen in diesem Jahr auch viel Musik gehört wurde. Da müssten z.B. noch gefühlte 50 Tracks Feist hinzugefügt werden.
In diesem Jahr spiegelt Lastfm dann auch ziemlich gut wieder, was musikalisch so los war.

Top 10 Bands 2011:

Außerhalb der Wertung:
Natürlich kann ich den Count nicht genau nachvollziehen, aber ich möchte hier Feist mit Metals erwähnen. Das Album habe ich viel gehört und liebe es sehr. Es macht einen riesengroßen Raum auf durch das ganze Rauschen, was darauf zu hören ist.

10.) The Rolling Stones
Ich habe 2011 so wie 2010 und 2009 mehr Stones gehört als ich meinen 30 Lebensjahren zuvor. Trotzdem bin ich bei der unglaublichen Fülle der Songs nur einem kleinen Prozentsatz zugetan. Diesen Prozentsatz liebe ich aber mit ganzem Herzen.

9.) Bad Religion
Bad Religion sind so eine Band, die Lastfm bestimmte Grenzen und Schwierigkeiten aufzeigen. Wie viele Tracks man scrobbelt, heißt nämlich nicht automatisch wie viel Zeit man mit einer Band verbringt. Aber natürlich heißt auch nicht die verbrachte Zeit, dass man gleich am meisten in einem Jahr an einer Band gehangen hat. Aber Bad Religion sind immer noch da und wichtig für mich, vorranging geht es da aber nur um zwei Alben: Recipe for Hate und Stranger than Fiction.

8.) Neil Young
Ich habe auch in 2011 wieder viel die Vergangenheit erforscht – Platz 1 wird das noch zeigen – und Neil Young gehört wieder einmal und wieder neu dazu. 2011 brachte wohl einen endgültigen Frieden mit dem Gefühl: Ich kann sehr gut nur die alten Sachen eines Künstlers mögen – ohne dieses Muss zur Vervollständigung.

7.) Ariel Pink’s Haunted Graffiti
Ich liebe Ariel Pink’s Herangehensweise an Musik auf diesem letzten Album. Da wird ja wahrscheinlich bald schon was Neues kommen, aber ich habe eine Weile überhaupt nicht auf dieses Album verzichten können. Wie eine Kirmesversion des 80er Pop klingt das Album, auch ein bisschen wie die Halloween-Version von 80er Pop. Aber das Album liebt den 80er Pop, man hört das an jeder Note. Dabei ist es so heterogen wie nur möglich.

6.) Radiohead
Mit The King of Limbs sind Radiohead dieses Jahr auf nicht viel Gegenliebe gestoßen. Weder bei Fans noch bei Kritikern. Das Album landet auf Jahreslisten weit abgeschlagen. Was ich nicht verstehe. Es ist kein leichtes Album, und in gewissem Sinne leichter als andere Alben, weil es skizzenhafter ist und mehr Jams enthält als andere Alben. Außerdem ist es ganz bewusst nicht so fett produziert und setzt mehr auf Mitten und Höhen als auf fette Bässe. Die fetten Bässe sind nur als Subbässe oder Bassgitarren wahrzunehmen und nicht als furchtbares Mastering. The King of Limbs ist großartig.

5.) Nirvana
Ich hab viel Nirvana gehört, querbeet, alles durcheinander, nicht unbedingt bezogen auf das 20jährige Jubiläum von Nevermind, und doch war es wohl das bedeutendste Jubiläum für mich. Ich kann da auch gar nicht groß etwas zu sagen. Wenn man mich heute fragen würde, welche Musik mich am meisten beeinflusst hat, würde ich das sagen was ich vor 10 Jahren schon gesagt hätte. Und ich würde es wohl auch in 10 Jahren wieder sagen: Nirvana und The Beatles. Und damit sind NICHT nur diese beiden Bands gemeint, sondern der ganze Diskurs, den sie mitbringen .

4.) Soundgarden
Sie arbeiten an einem neuen Album, aber mal abgesehen davon sind Soundgarden einfach zeitlos. Ich bleibe im Shuffle immer immer wieder bei ihnen hängen, und es gibt wirklich keine Band, bei der das so passiert wie bei Soundgarden. Die Songs sind so texturell, dass sie niemals langweilig werden. Jedes Mal hört man sie neu.

3.) John Maus
John Maus hat es mir unglaublich angetan und ich bin heilfroh, Pitchfork gehabt zu haben. Pitchfork hat mich auf viele neue Musik gebracht, aber John Maus war das Beste seit langem. John Maus ist fleischgewordene Musiktheorie, und er weiß es – obwohl er Philosophiedozent ist – nicht einmal selbst. So wie durch einen Schleier hat noch kein 80er Pop geklungen. Das haben die Indie-Kids in den letzten Jahren gut hinbekommen: 80er seines Schleims zu entreißen und ihn wie durch alte Boxen klingen zu lassen. John Maus‘ Musik ruft all das auf, was eigentlich unhörbar ist, wenn man nicht über 35 Jahre alt ist.

2.) James Blake
Toppen konnte das nur James Blake. Ich liebe diesen Begriff, den ich letztens irgendwo gelesen habe: ultra-modern. Das klingt besser als Avantgarde, weil Avantgarde so behaftet ist. Ultra-modern passt zu James Blake. Ultra-modern bedeutet auch hier, dass Brücken hergestellt werden wo eigentlich kein Land zum Verbinden ist, nur fließendes Wasser. Die Ideen, die James Blake hier verarbeitet hat, sind so unnachvollziehbar und so „neu“, modern eben, dass man diese Musik nur hassen oder lieben kann. Sie wird bei den meisten Hörern Kopfschütteln erzeugen, das hat auch das Konzert in Hamburg im April bewiesen. Die Leute wussten nicht was sie tun sollten, als dort auf der Bühne pure Dekonstruktion vonstatten ging – sie kannten nur Limit to your Love. Ich liebe Blake für seine kargen Landschaften, in denen die Pausen eine große Rolle spielen.

1.) Pink Floyd
Wie cheesy. Wie cheesy eine Band wie Pink Floyd lieben gelernt zu haben. Und wer hätte das gedacht? Es gibt Dinosaurier, bei denen ich mir sicher war/bin, dass ich niemals einen größeren Zugang als die der Singles finden würde, Pink Floyd haben auch immer noch große schwarze Flecken bei mir (oder umgekehrt?), aber dafür habe ich einige Alben und Songs inzwischen so tief verinnerlicht als wären sie schon immer bei mir gewesen. Allen voran Animals mit dem absolut unglaublich guten Dogs und The Dark Side of the Moon auch. Und Pink Floyd waren natürlich auch irgendwie immer da.

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