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Archiv für den Monat Januar 2012

Individuen sind von Aussagen durchzogen. Mein Blick würde durch sie hindurchgehen, wenn er nicht an den die Individuen umgebenden Diskursen hängen bliebe.

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Nach mehr als 11 Jahren tun sich At the Drive-In wieder zusammen.
At the Drive-In klangen immer – verzeiht diese kitschige Platitüde – spontan. The Mars Volta gingen in die eine Richtung – noch mehr abgefahren, Sparte in die andere – weniger abgefahren und mehr in Richtung Alternative.
Was mich an At the Drive-In immer fasziniert hat und weiterhin faszinieren wird, ist die Synergie die in und durch ihre Musik entsteht. Das ist eigentlich ein recht einfaches Prinzip: Die Musik klingt komplex und vertrackt, beim genauen Hinhören jedoch hört man all die Kratzer und Sprünge, die dieser Musik anhaften. Aus dieser Reibung bestehend aus progressivem Rock und punkiger und coriger Attitüde und Spielgeste entsteht Energie. Spürbar war diese m.E. am meisten auf „Relationship of Command“. Ich habe zu dem Album mal gesagt, dass es mich von den Toten erwecken könnte, und Georg T. meinte: „Würde man die Spuren einzeln hören, klingt das alles total schief und krumm, aber zusammen ergibt es einen Sinn.“
Und genau das ist das Erstaunliche. At the Drive-In ließen das, was sie für Musik hielten mehr oder weniger durch sich hindurchfließen. Wenn dort irgendwo eine große Kontrolle herrschte, so ist sie nicht hörbar.

1. In fast allen Action-Blockbustern Hollywoods werden seit dem 11. September 2001 die Ereignisse eben dieses Tages aufgearbeitet. Nachdem eine grässliche Katastrophe vor den Augen der New Yorker stattfand, verlegt man die grässlichen Katastrophen jetzt in den imaginären Raum des Kinos, der auf seine Weise so real – und noch realer – ist wie Ground Zero selbst. Es ist markant wie die Blockbuster die Einsturzsequenzen der Twin Towers immer wieder auf den Bildschirm bringen und das unsichtbare Böse durch Bösewichte sichtbar machen. Zuletzt wurde das auch in „Transformers 3 – Dark of the Moon“ in einem Exzess zelebriert. Hier war die Reinwaschung von der Angst fast schon so intensiv wie ein Gottesdienst.

2. Mit dem Motiv Angst sind wir dann auch schon bei „The Green Lantern“ angekommen. Neben den üblichen Action-Blockbuster-Superhelden-Motiven und -Elementen wie dem militärischen Überbau und der schönen Nebendarstellerin die gerettet werden muss, ist es ganz interessant, dass es bei den beiden Hauptfiguren, dem Bösewicht Hector Hammond (Peter Sarsgaard) und Hal Jordan (Ryan Reynolds), einen Vaterkomplex gibt. Beide kämpfen mit ihrem Minderwertigkeitsgefühl ihrem Vater gegenüber. Der eine möchte sich gewaltvoll befreien, der andere selbstmörderisch nachahmen. In The Green Lantern wird dann auch darauf verzichtet, das Böse weiter an etwas Materielles zu binden. Bzw. ist das, was man als materiell auf dem Bildschirm erkennen soll, eine Manifestation von Angst.