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Archiv für den Monat Februar 2012

Zwischendurch glaube ich ja immer mal wieder daran, dass etwas von dem von mir Geschriebenen (eher von ITAIPU) vielleicht mal einer größeren Öffentlichkeit über Print zugänglich gemacht werden könnte, aber zwei Mal scheiterte ich schon an den Vorbereitungen dafür bzw. der Kommunikation mit den entsprechenden Stellen.
Einmal – das ist schon ein bisschen länger her – schrieb man mir auf meine Anfrage, ich solle bitte die aktuell an gedruckte Prosa/Lyrik gestellten Anforderungen erfüllen, woraufhin ich nur so dachte WTF?; heute schrieb man mir auf eine persönliche Anfrage die lauter Fragen enthielt, eine Standard-Antwort aus dem Vorlagenmenü. Ich weiß nicht wie ich darauf reagieren soll, dass Empfänger, die ja über meine Lyrik redaktionell entscheiden sollen, nicht einmal eine kurze Anfrage persönlich beantworten können.

Die Edvard Munch Ausstellung in der Schirn Kunsthalle in Frankfurt am Main hat mir neben vielen anderen Sachen eins gezeigt: die Beurteilung des Werks eines Künstlers hängt bei Ausstellungen wohl sehr viel davon ab, welche Werke man als Kurator für eine Ausstellung heranschaffen kann. „Der Schrei“ von Edvard Munch wird von keiner Versicherung für den Transport mehr versichert. Demnach wird „Der Schrei“ wohl auf keiner Ausstellung außerhalb des Munch-Museums in Oslo oder der Nationalgalerie in Norwegen oder sonstwo mehr auftauchen. Ist „Der Schrei“ denn wirklich ein wichtiges Werk von Edvard Munch? Angesichts der fehlenden Mittel, um ein Bild wie „Der Schrei“ in Frankfurt am Main präsentieren zu können, würde die Schirn Kunsthalle sagen, nein. Da man in der Vergangenheit so unglaublich viel Wert darauf gelegt hat, die Einzigartigkeit von Werk und Künstler herauszustellen, legt sich das jetzt als doppelte Schlinge um die Veranstalter von Ausstellungen. In der Vergangenheit asymmetrisch bewertet, kein Entkommen in der Gegenwart durch die Nicht-Verfügbarkeit der exklusiven Werke. Neubewertung erfolgt also in Abwesenheit der Werke.

Heute Nacht habe ich mal wieder von der Schule geträumt. Ich saß im Unterricht, es lag eine jahrelange Pause hinter mir, und wir bekommen einen Biotest zurück, in dem ich eine 5 habe. Nur 44 Punkte habe ich erreicht, als Antwort bei einer Aufgabe habe ich geschrieben: „However, after all these results, they are still one family.“ Diese Antwort war allerdings falsch.

Was mache ich eigentlich, wenn Psychospaltung 10 Jahre alt wird? Vielleicht auch einen Eintrag machen wie diesen hier. Mehr setze ich mir gar nicht als Ziel.
Psychospaltung ist viel über die Jahre geworden, vieles hat sich immer wieder verändert, Posting-Frequenz, Stil, Anspruch, Inhalte, Formen, Besucherzahlen/Leser, und das spiegelt eigentlich ganz gut mich als Autor wider. Durchstrichen von Diskursen könnte man zusammenfassend vielleicht sagen, und das trifft auf das Weblog wie auch auf mich vollkommen zu. Ich wollte mich immer entscheiden und dann eine Linie durchhalten. Vollkommen unmöglich dieser Plan.
Eine Zeitlang dachte ich: Egal was passiert, hier muss ich immer was posten. Aber nein, eben nicht. Auch hier war es zwischendurch sehr leise, und vielleicht wird das auch immer mal wieder so sein. Dann wollte ich das Weblog mal ganz deaktivieren, dann wollte ich mal dies und mal das. Aber dann schrieb ich doch immer mal wieder was rein, entfernte Bilder und leere Beiträge, entfernte Videos, erlaubte Kommentare, dann verbot ich sie wieder. Im besten Falle wird Psychospaltung eine Konstante wie sie mir gefällt: nämlich keine Konstante.