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Archiv für den Monat April 2012

Die aktuellen Spannungen in meiner Band verarbeite ich in meinen Träumen und heute Nacht träume ich, dass wir bei mir in meiner Wohnung sitzen und mein Kühlschrank ist voller jahrealter verschimmelter Lebensmittel und ich bin betrunken und im Hintergrund laufen Kassetten-Aufnahmen von uns und wir sitzen in einer Runde und hören sie uns an. Man hört warmes Kassettenbandrauschen, von dem ich total angetan bin. Die Anderen – außer A. – nicht so wirklich. Sie sitzen dort so nach dem Motto: naja, das hier sind die „Demos“. Und irgendwann machen wir die „echten Aufnahmen“. Für mich ist das – nicht nur im Traum – nicht so. Das Beste an den Aufnahmen: Zum Schluss hört man das, was vorher auf der Kassette war. Nämlich ein Album von Busta Rhymes. Der Beat seines Songs fügt sich genau in den Beat unserer Aufnahme ein und ich rufe laut aus: „Cool, das passt voll gut rein, das lassen wir so!“ J. und ein Mädchen schütteln nur verständnislos den Kopf und sagen: „Nee, das lassen wir auf keinen Fall drin.“ Ich winke einfach resigniert ab und sage, dass ich die Aufnahme dann eben für mich persönlich behalte, aber eigentlich würde ich das genau so veröffentlichen. Traumgefühl und Wirklichkeit – sehr nah beieinander.

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Hunde beißen mich oft in meinen Träumen. Und die beiden Hunde meiner kanadischen Verwandten bildeten da heute keine Ausnahme. Nachdem wir angekommen waren, und ich mich eigentlich schon mit ihnen angefreundet hatte, bissen sie mich als ich mit ihnen alleine war. Meine Verwandten freuen sich auch irgendwie, dass ich da bin, aber irgendwie ist es ihnen auch egal. Obwohl ich in Kanada bin, kann ich gar nicht so richtig abschalten, wir sitzen in einer alten muffigen Wohnung und von der wunderschönen kanadischen Landschaft sehe ich nur etwas durch einen dicken Gardinenvorhang. Außerdem sind wir später in einem Restaurant/Jugendherberge wo ich nur Leute aus E. treffe. Meinen alten Klassenlehrer, meinen alten Musiklehrer – der sich irgendwie ein altes Instrument gekauft hat, R. aus meiner alten Gemeinde… Kanada ist nicht so schön in meinem Traum.

Der andere Traum heute Nacht hat ebenfalls eine Anbindung an Kanada, denn ich interview Neil Young. Ich habe mich schlecht vorbereitet und sein Assistent beklagt sich, dass wir zu spät dran sind usw. Wir sitzen in einem Café und Neil Young weicht mehr oder weniger allen meinen Fragen aus und ist nur am Kichern. Ist er bekifft? Sein neues Album heißt „The Album’s Creed“ und ich stelle ihm dann noch die Frage: What is your favorite working place?

Heute Nacht habe ich geträumt, dass ich im kommunisitischen China lebe und dort alles nur Mist ist. Ich lebe in einer Art Herberge, in der Punkmädchen herumlaufen, die in den Flur pinkeln und deren Urin dann in mein Zimmer läuft und meine Ledertaschen verschmutzt. Als ich die Punkmädchen in ihrem Zimmer zur Rede stellen will, sind sie plötzlich alle in Weiß gekleidet und nehmen ein Album auf. Ansonsten versucht man mein Auto zu sabotieren, indem man darin Werkzeug versteckt. Es gibt nur einen Kiosk in dem man etwas kaufen kann. Mein Freund G. versetzt mich, und ich kann nicht mit meinem Auto in der Stadt herumfahren, da ich mich nicht auskenne.

Heute Nacht habe ich geträumt, dass man mir im Dome mein Samsung Galaxy Note geklaut hat. Das lief so: der Dome war nicht mehr der Dome, sondern ein Steinhaus inmitten eines Waldes. Dort ging ich auf die Toilette und fühlte mich von einem zwielichtig aussehenden Typen verfolgt. Er fragte mich etwas, ich holte mein Galaxy Note raus um ihm zu antworten und dann zog er ein Springmesser. Es gelang mir, ihn zu überwältigen und das Springmesser an mich zu nehmen, daraufhin trottete er ganz gemächlich zum Dome zurück. Ich wollte die Polizei anrufen, da fiel mir ein, dass sein Verhalten Teil eines noch größeren Plans war. Er wollte es so darstellen, als hätte ich ihm gewaltsam mit dem Springmesser das Smartphone abgenommen und ging jetzt gerade bei den Türstehern petzen. Also ging ich ebenfalls dorthin, in der Angst, man würde mich nun verdächtigen. Das tat man aber nicht, sondern schenkte meiner Geschichte Glauben. Dazu trug auch bei, dass ich das Messer offen in den Händen hielt, als ich meine Version der Geschichte erzählte.

Was mich an dem ganzen Trash-TV (und das ist ja eine Menge) in letzter Zeit am meisten nervt, ist das Anzeigen eines Bruchs oder eines Fehlers durch das Geräusch eine kratzenden Schallplattennadel. Wenn die Nadel so richtig übers Vinyl rutscht. Schrecklich diese Methodik. So ist das z.B. bei den Promi-News auf VOX zu hören, wenn zuerst die heile Welt einer funktionierenden Beziehung zwischen zwei Promis beschrieben wird, die aber dann den Bach runtergeht, weil der eine fremdgegangen ist. Das Geräusch wird dann eingesetzt, wenn die Off-Stimme von dem Seitensprung redet. Oder bei der Cash-Cow „Das perfekte Dinner“, wenn sich irgendwie Beef zwischen den Kandidaten anbahnt und der Schnitt irgendwie schiefe Blicke eingefangen hat: wieder die kratzende Schallplattennadel. Zuerst einmal verstehe ich nicht, warum man annimmt, dass das für das Publikum noch das gängige Geräusch eines Fehlers ist. Ist die Schallplatte denn immer noch so ein gängiges Medium, dass jeder bei dem Geräusch gleich denkt: Aha, da stimmt was nicht? Da sitzt irgendwie ein zu alter Redakteur bei VOX rum. Der kennt noch Schallplatten? Der muss gefeuert werden!
Ich glaube aber eher, dass es dort gar nicht um die Fehlfunktion der Nadel gehen soll, sondern viel schlimmer – und das ist das was mich daran am meisten aufregt – das Schallplattensystem an sich ist der Fehler! Denn vorher und nachher ist gar keine Musik oder sonst eine Audioquelle zu hören, die durch das Kratzen aus der Ruhe gebracht sein könnte. Es geht darum, dass überhaupt so etwas Fehlerhaftes wie die Mechanik einer Nadel auf Vinyl existiert! Das kann nur zu einem Fehler führen oder einem – für die meisten Ohren – unangenehmen Geräusch. Dieses ganze unscharfe System einer durch Handbewegungen ausgelösten Musikmechanik ist Fehler.