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Archiv für den Monat Juni 2012

Heute Nacht habe ich geträumt, dass ich mich auf Höhe der kleinen Aue auf einem Feld befinde und ein Unwetter naht. Es ist das Maisfeld, das schon Ende der 80er Jahre einem Fußballfeld und dann der neuen Siedlung gewichen ist, aber in meinem Traum ist es eine Wiese. Ich stehe auf dieser Wiese, es ist abends und dämmert und ich bewege mich in Richtung Frotheim. Ich werde von dem nahenden Unwetter absolut überrascht und ich weiß gleichzeitig, dass es mich das Leben kosten wird. Der Himmel wird orange und rot, der Wind weht stark und es brauen sich Wirbelwinde zusammen. Ich möchte fliehen, drehe mich um und bin aber sehr langsam. Trotzdem komme ich an meiner Heimatstraße an und treffe sogar ein paar Leute, die aber alle sehr abweisend sind. Das Unwetter – so schlimm und endgültig es auch aussah – verzieht sich wieder. Ich wache auf.
Quelle: Den Traum der heutigen Nacht kann ich genau an zwei Bildern nachvollziehen. Gestern malte ich zwei Bilder mit Acryl und Öl, die beide einen blutroten Himmel mit Bäumen davor zeigen und gestern Abend um 22:30 Uhr machte ich ein Foto vom Balkon aus, das den sehr dunkelblauen Abendhimmel mit Wolken darstellt. Diese beiden Bilder vermischten sich im Traum.

Die Abkürzung R.I.P. des lateinischen Ausspruchs „Requiescat in pace“ ist eine Beleidigung und Beweis der Geringschätzung gegenüber einem Verstorbenen. Zwei Dinge tragen dazu bei: 1. Sich im Angesicht des Todes nicht die Zeit zu nehmen, den Ausspruch voll auszuformulieren, 2. die phonetische Nähe zum Verb „rip“.

Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit ist frei. Es ist endlich frei, nicht mehr nur den einen Auftritt zu haben, sondern unabhängig vom Moment immer neu auftreten zu können. Im Angesicht des Betrachters ist es für das Kunstwerk immer ein neuer Auftritt, den es leisten muss und wie kann es das im Zeitalter vor der technischen Reproduzierbarkeit erreichen? Dort ist es innerhalb der Aura gefangen, die es nicht selbst besitzt sondern die der Betrachter ihm verliehen hat. Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit verliert nichts, es gewinnt endlich gegen die vermeintlich göttliche Einzigartigkeit. Nun liegt es endlich am Subjekt sich mit dem neu auftretenden Ding auseinander zu setzen und somit Kunst überhaupt zu erkennen. Das Kunstwerk im Zeitalter vor der technischen Reproduzierbarkeit ist leicht zu finden. Es ist so wertvoll, dass es nur in geschützten Räumen aufbewahrt und somit auch nur da erkannt werden kann. Innerhalb der Reproduzierbarkeit muss es nun entdeckt werden, der Betrachter gerät nun also endlich in die Position des Denkenden, der den Sprung in der Wahrnehmung nachvollziehen muss. Das Kunstwerk ist nun nicht mehr eine Einzigartigkeit, die abprallt weil sie so besonders ist, sondern sie hat die Möglichkeit (zunächst) unerkannt immer auch zu umgeben und ein angenehmer Begleiter zu werden.

Ist es eigentlich wirklich möglich heutzutage in einer Band zu spielen und sich keine Gedanken über die politische Auswirkung der eigenen Ausrichtung Gedanken zu machen? Und wenn man das tut, kommt man dann nicht zu der Erkenntnis, dass man daran arbeiten sollte das Etablierte, Klassische und Konventionelle zu hinterfragen und dann eben anders zu arbeiten? Und kann es sein, dass es nach wie vor wichtig ist, eine gewisse Machtposition innerhalb des musikalischen Schaffens vom Thron zu stoßen und sie durch oszillierende Parallelitäten zu ersetzen? Als Bsp.: welche Gegensatzpaare gibt es also heute? Ich würde sagen Song und Skizze. Noten und keine Noten. Proben und spielen. Rhythmus-/Melodiesektion und Gleichberechtigung. Das soll reichen. Wenn man sich anschaut, was z.B. der Krautrock an klugen Gedanken hervorgebracht hat, wie kann man dann noch darauf hinarbeiten einen gewissen Standard zu erreichen, den jeder halt so hat. Das interessiert mich dann doch eigentlich nicht mehr. Es sei denn, ich habe jeglichen Kunst aus meinem Arbeiten hinausbefördert und möchte nur noch „Geld“ machen – das es nicht mehr gibt. Ich kann das nicht. Ich kann so nicht arbeiten. Und deswegen bin ich gestern aus dem aktuellen Projekt ausgestiegen – wieder einmal.