Die kultivierten Manierismen der Verpeiltheit.

Kriterien des Ausschlusses sind Kriterien der Profilierung geworden. Während man sich früher mit der Ausübung von Verpeiltsein-Akten zurückgehalten hätte, ist dieser Affekt jetzt kultivierter Manierismus geworden: im Gesellschaftsalter der Individualisierung stellt er eine scharfe Abgrenzung zu einem anderen Individuum dar. Ich habe als zu-spät-zu einem-Termin Kommender jedes Mal beim verspäteten Erscheinen einen Auftritt (Aufmerksamkeit, die sich auf einen richtet) und muss keine Konsequenzen fürchten; im Gegenteil: ich übe Macht und Kontrolle – auch für die Zukunft gespeichert – aus, die einer doppelt verschobenen Basis zugrunde liegt: 1. der Pünktliche hatte im Gegensatz zum Unpünktlichen vor dem Termin genug Zeit, sich mit der Vorbereitung und Anreise zum Termin auseinanderzusetzen (sei dies nun ein Gehen über den Flur im Bürogebäude, oder eine halbstündige Anfahrt mit dem Auto) und somit „nichts zu tun“, was der allgemeinen Gesellschaftsgeschäftigkeit zuwider handelt, ich handele mit dem Zu-spät-kommen also aktuell regelKONFORM; 2. im Dekalog der kultivierten Manierismen der Verpeiltheit, die noch aus der Pseudo-Alternativität stammen, handele ich ebenfalls regelKONFORM subversiv.

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