Faith No More „Sol Invictus“ Rezension

Zeit für eine letzte Rezension auf Psychospaltung. Anlass ist Faith No Mores neues Album „Sol Invictus“, dass dieser Tage erscheint/erschienen ist, wen interessiert das schon. Ich sehe mich auch lediglich zu einer letzte Rezension veranlasst, weil Faith No Mores „Angel Dust“ sicherlich zu den Top 10 für mich persönlich besten Alben gehört. Es ist eins der wenigen Alben, die für mich niemals langweilig werden. Das neue Album ist erwartbar schlecht geworden. Dabei sind mir zwei Sätze in den Sinn gekommen:

1. Wichtig ist nicht, wer jetzt die Songs schreibt, was die Lyrics sagen, welche Noten die Gitarren spielen oder sonstwas inhaltliches. Wichtig ist, mit wem man ins Studio geht.

2. Jede Pipifax-Band aus den USA hat mehr innovative Ideen, was den Sound verzerrter Gitarren angeht.

Zu 1.: Das Album ist überraschenderweise glatt und poliert produziert. Oder vielleicht auch nicht überraschenderweise. Überraschenderweise weil ich immer noch naiv genug bin zu glauben, Innovation setze sich fort. Tut sie aber nicht. Die Produktion ist nicht detailliert oder überlegt oder feingeschliffen, sie klingt wie das erstbeste Preset von Logic Pro X. Alles einfach fett mittig hörbar nach vorne gemixt, Kompressor drauf, und damit im gleichen Soundraum wie jedes beliebige Top 40 Album in den USA. Vorbei die Zeiten, in denen Songs nicht nur anders geschrieben wurden, sondern auch eine andere Klangfarbe besaßen.

Zu 2.: In der gleichen Musik-Recherche wie zu Faith No More, stieß ich auch auf das neue Album von Surfer Blood. Ein mehr oder weniger mittelmäßigere Band aus den USA, die gefällige Indie-Rock Nummern schreibt. Vergleicht man die Ideen für verzerrte Gitarren und Produktion mit Faith No More, müsste Faith No More, die als Wegbegleiter für Hinz und Kunz gelten, haushoch gewinnen. Tun sie aber nicht ansatzweise. Im Gegenteil. Surfer Blood sind nicht nur einfallsreicher was ihre verzerrten Gitarren angehen, sie sind auch geschickter im Produzieren und Mischen der Elemente.

Ein Armutszeugnis für Faith No More und „Sol Invictus“ und jeden Rezensenten, der jetzt Loblieder für dieses miese Album verfasst.

(2/10)

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